Presseinformation vom 30.08.2011

Presseinformation vom 30.08.2011

KÖNIGSSTADT NAGA – Grabungen in der Wüste des Sudan

Naga – die geheimnisvolle antike Stadt, gehörte zum sagenumwobenen Reich von Meroë. Es bestand von 300 vor bis 350 nach Christus im Gebiet des heutigen Nordsudan als mächtiger politischer und irtschaftlicher Nachbar des ptolemäisch-römischen Ägypten.

Die Ausstellung „KÖNIGSSTADT NAGA – Grabungen in der Wüste des Sudan“ ist eine Entdeckungsreise in wenig bekannte Regionen und Epochen sowohl der antiken als auch der afrikanischen Kunst. Sie überrascht die Besucher mit überlebensgroßen Skulpturen in hellenistischem Stil sowie mit Statuen und großformatigen Tempelreliefs afrikanischer Könige in pharaonischem Ornat. Zu bestaunen sind zudem monumentale Tierskulpturen von heiligen Widdern und Löwen. Außerdem werden filigrane Reliefstelen präsentiert, deren Götter- und Königsbilder von Hieroglyphen begleitet werden, die nicht ägyptisch sind, sondern meroitisch. Sie gelten als älteste Schriftzeichen einer afrikanischen Sprache.

In den vergangenen fünfzehn Jahren legte ein Forscherteam des Berliner Ägyptischen Museums und Papyrussammlung unter Leitung von Professor Dietrich Wildung und Dr. Karla Kröper einen Teil der im Wüstensand verschwundenen Schätze von Naga frei. Beide Wissenschaftler sind Kuratoren der Ausstellung.

Vom 31. August bis 18. Dezember 2011 zeigt die Stiftung KUNSTFORUM der Berliner Volksbank in Kooperation mit den Staatlichen Museen zu Berlin die sensationellen Funde der Grabungen. Die rund 135 Leihgaben der Ausstellung wurden von der Republik Sudan zur Verfügung gestellt.

Für die Besucher stellen diese Kunstwerke eine überraschende Horizonterweiterung des traditionellen Bildes der antiken Kunst dar. Es sind Schöpfungen einer kosmopolitischen Kultur, die das Tor von Afrika in die Welt des Mittelmeers öffnet. Symbolhaft stehen die Kunstwerke aus dem 1. Jahrhundert nach Christus für eine Region, die auch heute und in Zukunft das Potenzial besitzt, Kontinente und Kulturräume zu verbinden.

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