Zauber südlichen Lichts

Zauber südlichen Lichts

Hans Purrmann (1880 – 1966)

7.12.2006 bis 29.04.2007

Hams PurrmannHans Purrmann gehört zu den bedeutenden deutschen Malern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Der Zeitgenosse von Pablo Picasso, Ernst-Ludwig Kirchner, Paul Klee und Max Beckmann entwickelte seinen ureigenen Stil im „Kräftespiel der Farben“, wie Hermann Hesse in einem dem Künstler gewidmeten Gedicht schrieb.

Es sind besonders die starkfarbigen Stillleben und Landschaften, die Kunstgenießer schätzen und bewundern. Hans Purrmann war der kraftvollste Vertreter der deutschen Matisse-Schule und zeichnete sich durch eine leuchtende Farbenmalerei voll Harmonie und Licht aus.

Foto: Blick auf Collioure, 1911, Öl auf Leinwand, Privatbesitz, Süddeutschland
© Erbengemeinschaft nach Dr. Robert Purrmann, 2006; VG Bild-Kunst Bonn, 2006

Biografie

1880

Am 10. April wird Hans Marsilius Purrmann in Speyer geboren

1893 bis 1895

Lehre im elterlichen Malergewerbe

1895 bis 1997

Besuch der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe

1897 bis 1904

Studium an der Akademie der bildenden Künste in München, zunächst in der Zeichenklasse Gabriel von Hackl, nach einem Semester in der Malklasse Franz von Stucks, wo er einem Meisteratelier arbeiten kann.

1904 bis 1905

Studienaufenthalt in Berlin, Bekanntschaft mit Max Liebermann und dem Kunsthändler Paul Cassirer, studiert die Werke von Lovis Corinth und Max Slevogt. Er wird in die Berliner Secession aufgenommen.

1905 bis 1914

Geht nach Paris. Schließt sich dem Künstlerkreis aus dem Café du Dôme an. Tief beeindruckt von der Herbstausstellung, wo Henri Matisse und André Derain ihren Ruf als „fauves“ erhielten. Verkehrt im Salon des Ehepaars Leopold und Sarah Stein, in dem er Matisse persönlich kennen lernt, eine Freundschaft entsteht.

1907

Gründung der Académie Matisse (existierte bis 1911). Purrmann ist als „massier“ für die Organisation im Atelier der Schule verantwortlich. Im gleichen Jahr werden vier seiner Bilder in der Berliner Secession gezeigt. Drei Reisen mit Matisse nach Deutschland (1908, 1909, 1910).

Sommeraufenthalte am Mittelmeer bei Matisse in Cassis 1909, in Collioure 1911.

1912

Heirat mit Mathilde Vollmoeller, die ebenfalls an der Académie Matisse studierte

Geburt der Tochter Christine (1912).

1914 bis 1916

Als der Erste Weltkrieg 1914 ausbricht, hält sich Purrmann bei seinen Schwiegereltern in Beilstein bei Heilbronn auf. Er kann nicht nach Paris zurückkehren, seine dortige Wohnung und die sich dort befindliche Kunstsammlung werden beschlagnahmt. Geburt des Sohnes Robert (1914). Wegen einer Erkrankung wird Purrmann vom Kriegsdienst freigestellt. Die junge Familie bleibt zunächst in Beilstein und in Langenargen am Bodensee.

1916 bis 1935

1916 Umzug nach Berlin. Geburt der Tochter Regina (1916).

1918 erste große Einzelausstellung bei Cassirer.

Erwirbt 1919 ein Haus in Langenargen am Bodensee, wo die Familie die Sommermonate verbringt. Wird 1919 Mitglied der Preußischen Akademie der Künste sowie der Ankaufskommission der Nationalgalerie. Mehrere Reisen nach Italien.

1925 große Retrospektive in Basel. Weiterhin Kontakte zu Matisse, für den er eine Ausstellung in der Galerie Flechtheim Berlin vermittelt.

Seit 1928 Wohnung am Lützowufer 13.

1930 Sommeraufenthalt in Sanary-sur-Mer.

1931 Ausmalung des Kreistages in Speyer mit großformatigen Wandbildern.

1935 bis 1943

Der zunehmenden Diffamierung durch die Nationalsozialisten entzieht sich Purrmann durch die Übersiedlung nach Italien und übernimmt dort die Verwaltung der Deutschen Künstlerstiftung Villa Romana in Florenz.

1937 werden aus öffentlichen Sammlungen und Museen 36 seiner Gemälde als „entartet“ beschlagnahmt, bei der Ausstellung ‚Entartete Kunst‘ in München sind zwei Bilder vertreten. Er erhält Ausstellungsverbot in Deutschland. Die Villa Romana wird zum Treffpunkt aus Deutschland emigrierter Intellektueller und Künstler wie Rudolf Levy, Gerhard Marcks, Kasimir Edschmid, Curt Glaser, Werner Haftmann, Emy Roeder.

 1943 bis 1966

Purrmanns Berliner Wohnung wird bei einem Bombenangriff zerstört. Italien wird durch deutsche Truppen besetzt. 1943 stirbt seine Frau Mathilde. Purrmann gelingt die Flucht in die Schweiz ins Tessin, wo er erst in Castagnola lebt.

Ab 1944 bis zu seinem Tod in Montagnola eine neue Heimat findet. Hier kommt er auch in Kontakt mit dem ebenfalls emigrierten Hermann Hesse. Nach dem Krieg zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, wie 1949 Ehrenmitgliedschaft der Akademie der bildenden Künste München, Ehrenbürgerschaft der Stadt Speyer, Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik, Orden Pour le mérite. Teilnahme an der Jury des Deutschen Künstlerbundes.

1949 – 1950 große Wanderausstellung seiner Werke in München, Hamburg, Stuttgart, Bremen, Bochum, Kaiserslautern.

1951 Reise nach Nizza, wo er Matisse trifft.

1951 und 1952 Sommeraufenthalte in Sorrent

1953 – 58 auf Ischia

1955 Teilnahme an der documenta I.

1958 Reise nach Griechenland

1959 Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom

Große Retrospektiven 1960 in Düsseldorf und Hannover

1962 München, Frankfurt a.M., Baden-Baden

1962 – 1965 Sommeraufenthalte in Levanto bei La Spezia

1966 stirbt Purrmann in Basel

Weitere Informationen

Ausstellungsflyer (PDF) >>