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Angela Hampel, Dich spüren will ich…, Lithografie, 1986, 50 x 70 cm, Kunstsammlung der Berliner Volksbank K 201, VG Bild-Kunst, Bonn 2027, Foto: Peter Adamik

BODY. The Female Gaze

ausstellung

Künstlerinnen in der DDR

Wie sehen Frauen sich selbst, wenn sie sich dem Blick anderer entziehen? Wie verändert sich das Bild des weiblichen Körpers, wenn Künstlerinnen Subjekt ihres eigenen Sehens werden? The Female Gaze begreiftden weiblichen Körper nicht als Projektionsfläche gesellschaftlicher Erwartungen, sondern als Ort eigener Erfahrung, Selbstbestimmung und künstlerischer Erkenntnis.

Während der männlich geprägte Kunstkanon den weiblichen Körper über Jahrhunderte vor allem als idealisierte, erotisierte oder symbolische Figur inszenierte, entwickeln Künstlerinnen insbesondere seit den 1970er Jahren eigene Bildsprachen. Sie richten den Blick auf sich selbst, erforschen Identität, Verletzlichkeit, Begehren und Körperlichkeit aus der eigenen Perspektive. Der Körper wird nicht betrachtet, er spricht, und wird zum Medium, in dem persönliche Erfahrungen ebenso eingeschrieben sind wie gesellschaftliche Verhältnisse.

In der DDR war die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Körper von spezifischen gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen geprägt. Da die Gleichberechtigung der Geschlechter im offiziellen Selbstverständnis des Staates als verwirklicht galt, wurden feministische Diskurse weitgehend marginalisiert oder als gegenstandslos betrachtet. Gleichzeitig bestanden normative Vorstellungen von Weiblichkeit, Produktivität und gesellschaftlicher Integration fort, die individuelle und experimentelle Formen der Selbstinszenierung und abweichende Identitätsentwürfe nur begrenzt zuließen.

Vor diesem Hintergrund entwickelten Künstlerinnen insbesondere innerhalb der alternativen Kunstszene Strategien, die sich den offiziellen Bild- und Körperpolitiken entzogen. Fotografie, Performance und Super-8-Film erwiesen sich dabei als besonders geeignete Medien, um Fragen von Identität, Körperlichkeit und Subjektivität zu verhandeln sowie Räume persönlicher Autonomie zu eröffnen. Zugleich wurde auch in der Malerei und Skulptur der Körper als künstlerisches Untersuchungsfeld genutzt. Der eigene Körper fungierte dabei nicht nur als Motiv, sondern als Medium der Reflexion und Selbstvergewisserung. Der eigene Körper wurde zu einem Ort, an dem Freiheit imaginiert, gelebt und sichtbar gemacht werden konnte – unabhängig von staatlicher oder gesellschaftlicher Zuschreibung.

Mit dem Mauerfall veränderten sich die politischen Bedingungen grundlegend, doch die Fragen nach Identität, Körper und Erinnerung blieben bestehen. Viele ostdeutsche Künstlerinnen mussten ihre Biografien und ihre künstlerischen Positionen innerhalb eines westlich geprägten Kunstbetriebs neu verorten. Der Körper blieb dabei Träger persönlicher und kollektiver Erinnerung an Überwachung, Verlust, Migration und tiefgreifende biografische Umbrüche.

Die Ausstellung eröffnet am 12. Februar und läuft bis zum 27. Juni 2027 in der Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank.