Poesie des Glaubens – Rumänische Hinterglasikonen aus dem 19. Jahrhundert

Die Stiftung KUNSTFORUM der Berliner Volksbank zeigte vom 8.9.2010 bis 19.12.2010 in Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut "Titu Maiorescu" Hinterglasikonen der Region Siebenbürgen (Transsilvanien) aus der Sammlung Hartmut van Riesen, München und der Sammlung Irina Muntean, Berlin.Weitere Leihgaben kamen aus dem Muzeul National al Unirii, Alba Iulia (Rumänien). Die rund 170 Bilder, die zum ersten Mal in einer Ausstellung zu sehen waren, gaben einen faszinierenden Einblick in die Vielfalt der rumänischen Hinterglasikonen aus dem 19. Jahrhundert.

Sammlung van Riesen, München

Die umfangreiche Sammlung historischer Hinterglasbilder des Münchner Künstlers Hartmut van Riesen und seiner Ehefrau Gisela verdankt ihre Entstehung der Begeisterung für die Hinterglasmaltechnik aus Siebenbürgen. Auslöser der Sammelfreude war eine Hinterglasikone des Heiligen Nikolaus, die das Ehepaar 1966 zum Dank als Geschenk erhielt. Das Interesse für diese volksnahe Kunstform führte die van Riesens über gezielte Ausstellungsbesuche und Kontakte zu anderen Sammlern.

Sammlung Irina Muntean, Berlin

Irina Munteans Sammlung rumänischer Hinterglasikonen aus Siebenbürgen befindet sich bereits in dritter Generation in Familienbesitz. Von klein auf mit ihnen aufgewachsen vertiefte sie ihr Wissen über die Bilder auch durch Tätigkeiten im Brukenthal-Museum in Sibiu und im Antiquitätenhandel. Die einst an den Wänden des Bauernhauses der Großmutter in Rosia (Nordsiebenbürgen) bewunderten alten Bilder, die Faszination der Farben, die märchenhaften Figuren und der mystische Zauber bei flackerndem Kerzenlicht, weckten ihre Leidenschaft und wurden zur Lebensaufgabe.

Sammlung Muzeul National al Unirii in Alba Iulia, Rumänien

In dem 1888 auf Initiative der Gesellschaft für Geschichte, Archäologie und Naturwissenschaften des Kreises Alba gegründeten Muzeul National al Unirii in Alba Iulia wurden rund 200.000 museale Objekte und Kunstwerke von der Antike bis zur Gegenwart gesammelt. Die Hinterglasikonen bilden innerhalb der religiösen Sammlungsbestände die größte Werkgruppe und stammen aus allen wichtigen Zentren dieser Kunst.


Weitere Informationen:

Ausstellungsflyer (PDF) >>

Zentren der Hinterglasikonen-Malerei (PDF) >>

Rumänisches Titu Maiorescu Kulturinstitut Berlin (PDF) >>


Mit freundlicher Unterstützung:

1328188917370.png

Drei Jahre nach der großen Retrospektive des Werkes von Hans Purrmann im Kunstforum der Berliner Volksbank wurde seiner Frau und Künstlerkollegin eine große Ausstellung gewidmet. Die umfassende Präsentation der Werke von Mathilde Vollmoeller-Purrmann entstand in Zusammenarbeit mit dem Purrmann-Haus Speyer.

Mathilde Vollmoeller-Purrmanns Leben und Werk sind exemplarisch für eine ganze Generation von Künstlerinnen um 1900. Wie für viele ihrer Zeitgenossinnen sind die Metropolen Berlin und Paris die prägenden Stationen ihres künstlerischen Schaffens. In Berlin war Mathilde Vollmoeller eine Schülerin von Leo von König und Sabine Lepsius. In Paris stellt sie erfolgreich auf dem "Salon d'Automne" und den "Indépendants" aus und ist Mitglied der "Académie Matisse". Lange Zeit wurde angenommen, dass sie nach ihrer Heirat mit dem Künstlerkollegen Hans Purrmann die Malerei aufgegeben hatte. Erst nach der Wiederentdeckung eines großen Teils ihres Oeuvres konnte nachgewiesen werden, dass Mathilde Vollmoeller-Purrmann ihr künstlerisches Schaffen zeitlebens fortsetzte.

Im Mittelpunkt der Ausstellung standen die Gemälde und Aquarelle von Mathilde Vollmoeller-Purrmann. Darüber hinaus wurde die Rolle der Künstlerinnen um 1900 beleuchtet. In diesem Zusammenhang wurden die mit Mathilde Vollmoeller befreundeten Künstlerinnen Sabine Lepsius (1864 - 1942), Marg Moll (1884 - 1977) und Maria Slavona (1865 - 1931) vorgestellt. Eine Gegenüberstellung von Werken von Hans und Mathilde Purrmann thematisierte diese außergewöhnliche künstlerische Verbindung.

Mit der Ausstellung "Mathilde Vollmoeller-Purrmann (1876 - 1943). Berlin - Paris - Berlin" kehrte das künstlerische Schaffen von Mathilde Vollmoeller nach rund 100 Jahren in die Kunstmetropole Berlin zurück, wo sich die Künstlerin unter dem Einfluss der Porträtmalerin Sabine Lepsius für eine professionelle Ausbildung in der Malerei entschied und viele Jahre lebte. Ihr Leben und Werk sind beispielhaft für eine ganze Generation von Künstlerinnen um 1900.