„Schule beginnt in den Klassen. Das Klima einer Klasse wird u.a. von der geistigen Dichte des Angebotes, dem künstlerischen Beispiel des Meisters und seiner Glaubwürdigkeit bestimmt. Als Bildermacher bin ich für die Lehre von Malerei und Handzeichnung zuständig. Diese bewußt fachliche Abgrenzung ist mir wichtig, weil sie Umwege erspart und vor Überforderung schützt.“[1]
Die Ausstellung KLASSE IN WEIßENSEE! Wolfgang Peuker und seine Schüler:innen startet ab dem 11. Februar bis 5. Juli 2026 in der Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank. Sie wird in drei Kapiteln die Werke von Wolfgang Peuker in den Jahren 1989-2001, seine Arbeit als Lehrer in der Kunsthochschule Weißensee und Werke seiner Schülerinnen und Schüler zeigen. Peukers Malerei im Dialog mit Arbeiten, die durch seine Lehre im Ursprung beeinflusst wurden, erzeugt einen Spannungsbogen künstlerischer Produktion in Berlin zwischen 1989 und der Gegenwart.
[1] Aus: Wolfgang Peuker – Schülerinnen & Schüler: Erik Kraft, Anna Mannewitz, Sibylle Prange, Philipp Schack [Zur Ausstellung Wolfgang Peuker – Schülerinnen und Schüler, Malerei und Grafik]. Berlin, 1995.
Einen „sozialistischen Internationalismus“ als ein Kern außenpolitischer Bemühungen der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zu etablieren, führten zu vielfältigen transkulturellen Kontakten, Austauschprozessen und Begegnungen. Besonders prägnant manifestierte sich dieses Engagement im Verhältnis zur Sozialistischen Republik Vietnam, dem sogenannten „Bruderland“, dessen Befreiungskampf im Vietnamkrieg in der DDR breite Solidaritätsbekundungen hervorrief und diverse künstlerische Produktionen anregte. Gleichzeitig prägten vietnamesische Kunststudierende und Vertragsarbeiter:innen durch ihre Präsenz und künstlerische Praxis das kulturelle Feld der DDR nachhaltig mit. Bei genauerer Betrachtung dieser Beziehungen eröffnen sich jedoch komplexe Netzwerke von Machtstrukturen, gegenseitiger Ermächtigung, kulturellen Zuschreibungen sowie von Freiräumen und Begrenzungen.
Die Ausstellung untersucht den künstlerischen und kulturellen Austausch zwischen der DDR und Vietnam von den 1950er Jahren bis zum Ende der DDR 1990, sowie dessen Nachwirkungen bis in die zeitgenössische Kunst. Im Zentrum steht die Frage, wie sich sozialistische Solidarität, ideologische Projektionen und persönliche Begegnungen in Kunst, Gestaltung und Alltagskultur niederschlugen und auf welche Weise vietnamesische und deutsche Künstler:innen diese Erfahrungen ästhetisch, emotional und biografisch verarbeiteten. Die Ausstellung startet am 9. September zur Berlin Art Week und läuft bis zum 6. Dezember 2026 in der Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank.