Beitragsfoto: © Stiftung KUNSTFORUM der Berliner Volksbank gGmbH, Foto: Franz Michael Rohm

Auf Schatzsuche – Objekte aus Modelliermasse

Zum 35-jährigen Jubiläum des Kunstforums und der Kunstsammlung der Berliner Volksbank sowie zu 15 Jahren „Werkstatt für Kreative“, aber nicht zuletzt zum 75. Geburtstag der Berliner Volksbank eG gibt es eine außergewöhnliche Ausstellung mit Lieblingskunstwerken der Sammlung, ausgewählt von 14 Mitarbeiter:innen der Bank. Sie heißt „WIR. Nähe und Distanz – Jubiläumsausstellung mit Werken aus der Kunstsammlung der Berliner Volksbank“.

Bei einem von Kunstpädagog:innen begleiteten Gang durch die Ausstellung lernen Kinder und Jugendliche Werke u. a. von Hermann Albert, Rolf Biebl, Christa Dichgans, Klaus Fußmann, Sylvia Hagen, Angela Hampel, Werner Heldt, Thomas Hornemann, Ingeborg Hunzinger, Karl-Ludwig Lange, Wolfgang Leber, Markus Lüpertz, Wolfgang Mattheuer, Harald Metzkes, Silke Miche, Kurt Mühlenhaupt, Roland Nicolaus, Wolfgang Peuker, Erich Fritz Reuter, Cornelia Schleime, Ludwig Gabriel Schrieber, Ruth Tesmar, Christian Thoelke und Hans Uhlmann kennen und erhalten durch die Vielfalt der Werke erste Inspirationen für den anschließenden Workshop.

Die Besonderheit eines Motivs, das als Einzelstück aus der Vielzahl der Möglichkeiten einer Sammlung herausgehoben und näher betrachtet wird, ist das Prinzip der Ausstellung. Auch der Workshop widmet sich der Betrachtung eines Lieblingsobjektes und dessen Nachgestaltung.

Später dienen in den Räumen der Werkstatt für Kreative eigens ausgewählte Kunstwerke u.a. von René Graetz, Gerhard Altenbourg und Ludwig Gabriel Schrieber als weitere Beispiele, um zu eigenen Arbeiten anzuregen.
Die Gegenüberstellung von zwei- und dreidimensionalen Werken führt beispielsweise zur Frage: Wie wird aus einer Fläche ein Raum? Anschließend setzen die Kinder und Jugendlichen im praktischen Teil des Workshops unter fachkundiger Anleitung ihre erworbenen Kenntnisse kreativ um. Die kleinen Kunstwerke können wie immer mit nach Hause genommen werden.

  • für Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 18 Jahren
  • eine Anmeldung ist erforderlich
  • das Angebot ist kostenfrei

Zur Ausstellung „Die wilden 20er – Nach(t)leben einer Epoche. Werke aus der Kunstsammlung der Berliner Volksbank “ vermittelt die Werkstatt für Kreative von Ende August bis Mitte Dezember 2020 in altersdifferenzierten Workshops die Technik der Glasmalerei.

Die Zwanzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts werden oft als „Die wilden 20er“ bezeichnet. Diese Zeit mit ihren schrillen und aber auch bedrückenden Seiten haben Künstler*innen auf vielfältige Weise festgehalten. Besonders fasziniert waren sie vom Berliner Nachtleben. Dazu entwickelten sie unter anderem den Stil der „Neuen Sachlichkeit“. Thematisch ging es dabei auch um alltägliche Gegenstände und exakte Wiedergabe, zum Beispiel in Stillleben oder Alltagsszenen. Daneben beeindruckte der „Magische Realismus“ in den 1920er Jahre mit teilweise surrealen und rätselhaft verfremdeten Gemälden. Bis heute werden Künstler*innen von diesen Stilrichtungen beeinflusst.

Bei einem Besuch der Ausstellung lernen die Kinder und Jugendlichen im Kunstforum der Berliner Volksbank die reiche Vielfalt der Werke im Stil der „Neue Sachlichkeit“ und „Magischer Realismus“ kennen und erhalten erste Inspirationen für den anschließenden Workshop.

Nach dem Ausstellungsbesuch dienen in den Räumen der „Werkstatt für Kreative“ eigens ausgewählte Werke von Gudrun Brüne, Bertold Haag, Thomas Schindler und Christian Thoelke als weitere Beispiele, um zu eigenen Arbeiten anzuregen. Anschließend fertigen die Kinder und Jugendlichen im praktischen Teil des Workshops unter fachkundiger Anleitung eigene farbige Kompositionen auf Acrylglas. Die kleinen Kunstwerke entfalten im Zusammenspiel mit Licht und Schatten eine besondere Lebendigkeit und können mit nach Hause genommen werden.

  • für Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 18 Jahren
  • eine Anmeldung ist erforderlich
  • das Angebot ist kostenfrei

Ist das Kontingent erschöpft, besteht die Möglichkeit, zusätzlich einen Workshop für einen Kostenbeitrag zu buchen.

Zur Ausstellung „Tête-à-Tête. Köpfe aus der Kunstsammlung der Berliner Volksbank“ vermittelt die Werkstatt für Kreative in altersdifferenzierten Workshops die Technik Portraits auf handgeschöpftem Papier von Januar bis Ende Juni 2020.

Bei einem Besuch der Ausstellung im Kunstforum der Berliner Volksbank erhalten die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, die reiche Vielfalt der zwei- und dreidimensionalen Darstellungsformen von Porträts von Künstlern wie Luciano Castelli, Angela Hampel, Gerd Sonntag und Ulla Walter zu erkennen und erhalten erste Inspirationen für den anschließenden Workshop.

Luciano Castelli, Chinesisches Portrait, 1986, Mischtechnik auf Transparentpapier © VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Werkfoto: Peter Adamik

Im praktischen Teil schöpfen die Kinder und Jugendlichen in den Räumen der „Werkstatt für Kreative“ anschließend unter fachkundiger Anleitung von Kunstpädagoginnen eigene Papiere aus Baumwoll-Pulpe. Die leicht unregelmäßige, lebendige Struktur des so entstandenen Untergrunds und die kontrastreichen Farben des Zellstoffs ermöglichen ausdrucksstarke, individuelle Werke.

Zur Ausstellung „ZEITENWENDE – Dreißig Jahre Mauerfall. Werke aus der Kunstsammlung der Berliner Volksbank“ vermittelt die Werkstatt für Kreative in altersdifferenzierten Workshops die besondere Technik des „Sgraffito“.

Der Workshop „Mauer(n) ritzen – Sgraffito auf Ölpastell” ist in zwei Teile gegliedert. Zunächst werden den Teilnehmenden im theoretischen Teil während des gemeinsamen Besuchs der Ausstellung im Kunstforum anhand von zwei bis drei Werken aus der Sammlung der Berliner Volksbank Techniken und Motive nähergebracht und ihre Neugier geweckt.

Unter fachgerechter Anleitung von Kunstpädagoginnen wird im praktischen Teil in den Räumen der Werkstatt für Kreative zu eigener Kreativität ermuntert und angeregt. Dabei orientieren sich die Kinder und Jugendlichen am Ölpastell-Malstil des in Berlin lebenden Künstlers Giuseppe Madonia. Aus dicht pimentierten Farbschichten werden fantasievolle Motive geschabt und geritzt.

• für Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 18 Jahren
• eine Anmeldung ist erforderlich
• das Angebot ist kostenfrei

Ist das Kontingent erschöpft, besteht die Möglichkeit, zusätzlich einen Workshop gegen einen geringen Kostenbeitrag zu buchen.

Im Frühjahrsprogramm 2019 der Werkstatt für Kreative geht es um die überraschende Technik der Pop-Up Art. Dabei entsteht mit Fantasie und Geschick ein in Schichten aufgebautes, dreidimensionales Kunstwerk. Es richtet sich beispielsweise aus einer Faltkarte oder einem Buch durch Öffnen der Seite auf.

Das Programm der Werkstatt für Kreative orientiert sich an der aktuellen Ausstellung im Kunstforum der Berliner Volksbank "BOHÈME IN CHARLOTTENBURG – HANS LAABS UND FREUNDE. Werke aus der Kunstsammlung der Berliner Volksbank." Hans Laabs (1915–2004) war ein Künstler, der nach dem II. Weltkrieg nach Berlin kam und als Multitalent den Wiederaufbau der West-Berliner Kulturszene vorantrieb.

In der Malerei wird es Schulterstück genannt, in der plastischen Kunst nennt man es Büste. Gemeint ist ein Abbild, bei dem nur der Ausschnitt vom Kopf bis zur Schulter zu sehen ist. Schon früh ging es in der Kunst um das Schaffen menschlicher Ebenbilder. Ob es erste Zeichnungen in Höhlen, Darstellungen in den Pyramiden, griechische und römische Skulpturen, religiöse Motive aus Gotik, Barock und Renaissance waren, oder heute Porträts in der modernen Kunst sind. Immer steht der Mensch im Mittelpunkt des künstlerischen Interesses.

Die reine Porträtbüste wird oftmals zur Wertschätzung oder zum Gedenken gefertigt. Dabei werden unterschiedliche Materialien bei verschieden dimensionierten Büsten verwendet. Ziel dieser sehr alten Porträtform ist, die Persönlichkeit des dargestellten Menschen durch die Konzentration auf den reduzierten Ausschnitt hervorzuheben.

Ausgehend von Werken aus der Sammlung der Berliner Volksbank betrachten die Schülerinnen und Schüler Büsten und Gemälde der Kunstsammlung, die sich an der menschlichen Anatomie orientieren. Dabei werden die Charakteristika dieser Kunstform herausgearbeitet und anschließend praktisch mit lufttrocknender Modelliermasse umgesetzt.