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Vorschau: CASH on the Wall

Helge Leiberg, Goldregen, 1994, Acryl auf Leinwand, 100 x 80 cm, Kunstsammlung der Berliner Volksbank K891, Werkfoto: Peter Adamik, © VG Bild-Kunst, Bonn, 2021

CASH on the Wall
17. Februar – 19. Juni 2022

Die Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank befasst sich in dieser Ausstellung mit dem Thema Geld in der Kunst.
Kreativ, fantasievoll und facettenreich sind die Wege, die Künstler:innen bei der Beschäftigung mit dem Thema Geld beschreiten. Die Herangehensweisen reichen von der künstlerischen Bearbeitung von Geldscheinen und Münzen über hintersinnige Arbeiten zum Widerspruch von Materialwert und ideellem Wert bis hin zur konzeptuellen Auseinandersetzung mit sozialen und gesellschaftspolitischen Aspekten.
Mit ästhetischen Mitteln wird der „Wert“ des Geldes in unserer Gesellschaft hinterfragt: Wie wichtig ist Geld für jeden einzelnen? Kann man sich seiner wirtschaftlichen Bedeutung überhaupt entziehen? Kann Kunst überhaupt frei sein? Inwieweit sind Kunstschaffende selbst im System von Existenzsicherung, Wertsteigerung und Marktmacht gefangen?
Ein wiederkehrender künstlerischer Ansatz ist die Kritik am Kapitalismus, aber auch am Verhältnis von Kunst und Kommerz. So zerlegten und verfremdeten Künstler:innen wie Anne Jud und Andy Warhol US-Dollar-Scheine als Symbole für die monetäre Supermacht USA.
In den Jahren nach der politischen Wende in Deutschland führte eine Künstlergruppe im Berliner Prenzlauer Berg eine eigene Währung ein, das „Knochengeld“. Rund 60 internationale und Berliner Künstler:innen setzten sich in diesem Projekt mit dem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel auseinander, der in den frühen 1990er Jahren durch die Übernahme der Marktwirtschaft im Zuge von Währungsunion und Wiedervereinigung erlebt wurde.
Rund zehn Jahre später nutzten Kunstschaffende nach Einführung des Euros geschredderte DM-Scheine als Material für verschiedenste Arbeiten. Der Umgang mit den nunmehr wertlosen Geldnoten bot Anlass, sich mit dem Wert des Materials und mit der Fragilität des monetären Systems zu befassen.
Weitere künstlerische Exkurse befassen sich mit dem Thema „Gold“, etwa die Arbeiten von Helge Leiberg, Albrecht Fersch und Michael Müller. Andere Künstler:innen wie Horst Hussel kreierten fantastische Kunst-Währungen.
Auch der Kunstmarkt und die Werte von Kunst als Handelsware und Spekulationsmasse werden thematisiert. Nicht zuletzt forciert der Trend zur NFT-Kunst (Non-Fungible Token) ein Nachdenken über die Bedeutung digitaler Unikate.
In der Ausstellung CASH on the Wall sind Gemälde, Objekte, Skulpturen, Druckgrafiken, Collagen, Fotografien, Installationen und Videos zu sehen. Die Exponate stammen aus der Kunstsammlung der Berliner Volksbank und der Sammlung Haupt (Berlin) sowie von weiteren Leihgebern.

Zu den ausgestellten Künstler:innen zählen u.a.: Joseph Beuys, Victor Bonato, Markus Huemer, Horst Hussel, Anne Jud, Alicja Kwade, Helge Leiberg, Via Lewandowsky, Lies Maculan, Lee Mingwei, Michael Müller, Ingrid Pitzer, Anahita Razmi, Michael Schoenholtz, Reiner Schwarz, Gerd Sonntag, Daniel Spoerri, Klaus Staeck, Hans Ticha, Nasan Tur, Philipp Valenta, Andy Warhol.