Mathilde Vollmoeller-Purrmann (1876 – 1943). Berlin – Paris – Berlin

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Drei Jahre nach der großen Retrospektive des Werkes von Hans Purrmann im Kunstforum der Berliner Volksbank wurde seiner Frau und Künstlerkollegin eine große Ausstellung gewidmet. Die umfassende Präsentation der Werke von Mathilde Vollmoeller-Purrmann entstand in Zusammenarbeit mit dem Purrmann-Haus Speyer.

Mathilde Vollmoeller-Purrmanns Leben und Werk sind exemplarisch für eine ganze Generation von Künstlerinnen um 1900. Wie für viele ihrer Zeitgenossinnen sind die Metropolen Berlin und Paris die prägenden Stationen ihres künstlerischen Schaffens. In Berlin war Mathilde Vollmoeller eine Schülerin von Leo von König und Sabine Lepsius. In Paris stellt sie erfolgreich auf dem “Salon d’Automne” und den “Indépendants” aus und ist Mitglied der “Académie Matisse”. Lange Zeit wurde angenommen, dass sie nach ihrer Heirat mit dem Künstlerkollegen Hans Purrmann die Malerei aufgegeben hatte. Erst nach der Wiederentdeckung eines großen Teils ihres Oeuvres konnte nachgewiesen werden, dass Mathilde Vollmoeller-Purrmann ihr künstlerisches Schaffen zeitlebens fortsetzte.

Im Mittelpunkt der Ausstellung standen die Gemälde und Aquarelle von Mathilde Vollmoeller-Purrmann. Darüber hinaus wurde die Rolle der Künstlerinnen um 1900 beleuchtet. In diesem Zusammenhang wurden die mit Mathilde Vollmoeller befreundeten Künstlerinnen Sabine Lepsius (1864 – 1942), Marg Moll (1884 – 1977) und Maria Slavona (1865 – 1931) vorgestellt. Eine Gegenüberstellung von Werken von Hans und Mathilde Purrmann thematisierte diese außergewöhnliche künstlerische Verbindung.

Mit der Ausstellung “Mathilde Vollmoeller-Purrmann (1876 – 1943). Berlin – Paris – Berlin” kehrte das künstlerische Schaffen von Mathilde Vollmoeller nach rund 100 Jahren in die Kunstmetropole Berlin zurück, wo sich die Künstlerin unter dem Einfluss der Porträtmalerin Sabine Lepsius für eine professionelle Ausbildung in der Malerei entschied und viele Jahre lebte. Ihr Leben und Werk sind beispielhaft für eine ganze Generation von Künstlerinnen um 1900.

Für die Niederlande gilt das 17. Jahrhundert als “Goldenes Zeitalter”. Die Wirtschaft des kleinen Landes blühte in Folge der Ausweitung von Seefahrt und Handel stark auf. Im Laufe der Jahre gelangte das überwiegend protestantische Bürgertum zu großem Reichtum und Wohlstand, dies wurde selbstbewusst gezeigt. In der Folge erlebten auch die Bildenden Künste eine Blütezeit. Insbesondere die Produktion von Landschafts-, Porträt- und Stilllebenmalerei stieg während des Goldenen Jahrhunderts in Holland in nie wieder erreichte Höhen.

Die rund sechzig im Kunstforum präsentierten niederländischen Stillleben des 17. und 18. Jahrhunderts gehören zu den kostbarsten Schätzen der Schweriner Sammlungen. Zu sehen waren herausragende Beispiele aus allen Genres: prachtvolle Blumenarrangements, Küchenstücke, Jagd- und Waldbodenmotive.In der Ausstellung fanden sich Werke ihrer berühmtesten Vertreter: Jan van Huysum (1682 – 1749), der als “Phönix der Blumenmaler” bezeichnet wurde, Pieter Claesz (1597/98 – 1660), Isaak Soreau (1604-unbekannt), Willem van Aelst (1626 – 1683), Otto Marseus van Schrieck (1619/20 – 1678), Willem Kalf (1619 – 1693), Rachel Ruysch (1664 – 1750) und Jan Davidsz. de Heem (1606 – 1684).

In Kooperation mit dem Horst-Janssen-Museum Oldenburg und Galerie und Verlag St. Gertrude.

Das Werk von Horst Janssen (1929 – 1995) wird oft verglichen mit der Kunst Albrecht Dürers, Rembrandts oder Francisco de Goyas. In Kooperation mit dem Horst-Janssen-Museum Oldenburg zeigt das Kunstforum der Berliner Volksbank rund 100 der schönsten und bedeutendsten Zeichnungen, Lithografien, Radierungen und Holzschnitte aus dem Frühwerk von Horst Janssen. Es ist der unbekanntere Janssen, der in der Ausstellung entdeckt werden kann, der scheue, spröde, in sich gekehrte Janssen, der manisch zeichnet und dabei eine Erfindungskraft entwickelt, die auf kleinstem Raum mit unerschöpflichem, minutiösem, detailversessenem Strich Mikrokosmen schafft.

Diese Arbeiten aus dem Frühwerk des “Millionenstrichlers”, wie er sich selbst bezeichnete, gehören mit Sicherheit zu seinen anspruchsvollsten und wichtigsten Arbeiten. Die frühen werden ergänzt durch siebenundzwanzig spätere Werke der Galerie und Verlag St. Gertrude.In der Ausstellung waren frühe Lithografien, die einfühlsame Porträts darstellen, erotische “Fleischzeichnungen” und Radierfolgen, wie “Nana”, “L’heure de Mylène” und “Harald im Park”, skurril und anzüglich zugleich, zu sehen. Aber auch Arbeiten aus der so genannten “Kritzelphase” des Künstlers, die stark von der Art brut, der “rohen, unverfälschten Kunst” inspiriert sind oder auch große, farbintensive Holzschnitte, die Menschen und Tiere abbilden.

Die Ausstellung im Kunstforum der Berliner Volksbank, die in Kooperation mit dem Brücke-Museum Berlin entstand, widmete sich zum ersten Mal seit 1993 erneut dem Gesamtwerk von Karl Schmidt-Rottluff, der für sein faszinierendes Spiel mit Formen und Farbe bekannt ist.

Mit rund 100 Werken aus den Beständen des Brücke-Museums näherte sich die Retrospektive auf eine besondere Weise dem Werk von Karl Schmidt-Rottluff und eröffnet einen Dialog zwischen seinen Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und seltenen eigenen Plastiken sowie afrikanischen und ozeanischen Masken, die dem Künstler immer wieder als Bildvorlagen dienten. Die afrikanische und ozeanische Stammeskunst besaß eine immense Bedeutung für Karl Schmidt-Rottluffs eigenes künstlerisches Schaffen. Er nutzte ihre “primitive” Formsprache, um eine Annäherung an die Ursprünge aller Kunst zu finden und eine Steigerung des Ausdrucks der “Empfindung vor dem Gesehenen” zu erreichen.

Karl Schmidt-Rottluff betrachtete die verschiedenen Techniken in seinem Schaffen als eigenständige Medien mit individueller Ausdruckskraft und spezifischem ästhetischen Potential. Dies verdeutlichte er sehr bewusst durch die Bearbeitung einer Vielzahl von Motiven in unterschiedlichen Verfahren. Gleichzeitig betonte er durch dieses Vorgehen die verschiedenen Realitätsebenen seiner Kompositionen, vor allem seiner Stillleben. Die Gegenüberstellung der außereuropäischen Kunstwerke aus der Sammlung Schmidt-Rottluffs, die er teilweise für die Stillleben arrangierte, mit den eigenen Arbeiten des Künstlers erlaubt somit einen einmaligen Einblick in seine Arbeitsweise.

Als Gründungsmitglied der Künstlergruppe “Brücke” zu Beginn des 20. Jahrhunderts prägte Karl Schmidt-Rottluff mit dem Expressionismus den Aufbruch in die Moderne. 1964 initiierte er den Bau des Brücke-Museums, das am 15.09.1967 eröffnet wurde und in diesem Jahr sein 40. Jubiläum feiert. Das malerische Werk Karl Schmidt-Rottluffs erstreckt sich über fast 70 Jahre.

Hans Purrmann gehört zu den bedeutenden deutschen Malern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Der Zeitgenosse von Pablo Picasso, Ernst-Ludwig Kirchner, Paul Klee und Max Beckmann entwickelte seinen ureigenen Stil im “Kräftespiel der Farben”, wie Hermann Hesse in einem dem Künstler gewidmeten Gedicht schrieb.

Es sind besonders die starkfarbigen Stillleben und Landschaften, die Kunstgenießer schätzen und bewundern. Hans Purrmann war der kraftvollste Vertreter der deutschen Matisse-Schule und zeichnete sich durch eine leuchtende Farbenmalerei voll Harmonie und Licht aus.

Zum 20. Geburtstag des Kunstforums in der Budapester Straße zeigte die Berliner Volksbank einen Querschnitt aus der Kunstsammlung der Berliner Volksbank nach der Fusion der genossenschaftlichen Bankinstitute sowie Neuerwerbungen.

Nach 15 Jahren Kunstsammlung wurde in der Ausstellung zum ersten Mal ein umfassender Einblick in die Sammlung der GrundkreditBank gegeben. Die Ausstellung entstand kurz vor dem Zusammengehen der GrundkreditBank – Köpenicker Bank mit der Berliner Volksbank. Ab 2000 firmierten beide Sammlungen unter dem Namen Kunstsammlung der Berliner Volksbank.

1997 standen die Berliner Festspiele unter dem Thema „Deutschlandbilder“. Dazu kuratierte der Berliner Galerist Dieter Brusberg im Auftrag der GrundkreditBank im Kunstforum eine Ausstellung über fünf Künstler aus Ostdeutschland. Gerhard Altenbourg, Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer, Harald Metzkes und Werner Tübke waren mit Werken aus der Sammlung der GrundkreditBank und Leihgaben vertreten.

Ein halbes Jahr nach der Wiedervereinigung zeigte das Kunstforum der GrundkreditBank Werke aus der DDR, die zwischen 1985 und 1990 angekauft worden waren. Die Ausstellung entstand vor dem Hintergrund des damals aktuellen „Bilderstreits“ zwischen Ost und West und thematisierte auch die Rolle der Künstlerinnen und Künstler in der DDR.